Konzertveranstalter in Dormagen –  In the middle of nowhere between Cologne and Düsseldorf

 Black Sheriff – Live in Dormagen

Black Sheriff – Live in Dormagen

Samstag, 01.07.2017

Tank-Stelle Dormagen
Mathias-Giesen-Straße 10
41540 Dormagen

19 Uhr Einlass

ab 12 €

Tickets in der City Buchhandlung – Tickets bei Eventim

Kompass Musik und Pitsy Entertain präsentieren gemeinsam:

Black Sheriff

Man stelle sich vor, die Dead Boys sitzen zusammen mit Van Halen, Motley Crüe, den Sex Pistols und Ozzy Osbourne in einem Flugzeug. Der Vogel stürzt ab und alle explodieren. Die herabrieselnden Teile verbinden sich in einer chemischen Reaktion – und heraus kommen Black Sheriff!
Sie imponieren den Besuchern ihrer Shows mit überirdischer Spielfreude und geradem, unverblümtem „Fuck Off Rock“. Auf der Bühne meint man begeisterte Halbwüchsige zu sehen, die auf einem Federballschläger die Gitarrensoli ihrer Idole nachspielen, und in den in denselben Körpern vier erwachsene Profi-Musiker, die mit ihren Instrumenten umgehen können wie der Teufel mit dem Feuer. Dabei bleiben Black Sheriff immer sie selbst und nehmen sich gerade deshalb nicht allzu ernst!
Geisteskranke Soli, schlechter Gesang und aufpeitschende Rhythmen – das neue Album „II“ ist im Juni 2010 erschienen.
Welche Bilder kommen denn bei einem Bandnamen wie Black Sheriff im Kopfkino auf?! Manch einer mag jetzt vielleicht an irgendwelchen finsteren Country denken, an staubige Westernstädte, in denen der ‚Schwarze Sheriff‘ ein schreckliches Regiment führt. An Tumbleweed und Schießereien, an unglaubliche Fieslinge und hübsche Bardamen, an… Entschuldigt, ich schweife ab.
Andere Zeitgenossen haben aufgrund des geilen Coverartworks mit der gekreuzigten Flying V möglicherweise vielmehr dampfenden Vollgas-Schweine-Rock’n’Roll im Sinn, wie man ihn gerade aus nordeuropäischen Gefilden kennen und lieben gelernt hat. Bands wie Gluecifer tauchen vor dem inneren Auge auf, und… Aber halt! Ein Blick ins Booklet später lässt einen die Optik des Frontmannes (Pilotenbrille, speckiger Cowboyhut), und gerade auch dessen Name Glen Ravioli an die verflucht geilen Supersuckers denken, die wir hier unbedingt ebenfalls als Referenzgröße ’namedroppen‘ müssen. An deren Aushängeschild Eddie Spaghetti wird sich der ‚kölsche Jung‘ bei der Pseudonym-Suche unter Garantie orientiert haben. Das auch völlig zu Recht, denn sein Gesang geht in die gleiche Richtung, während sein Bandkumpel Tom Krämer offenbar für die immer mal wieder auftauchenden, derberen (Schrei-) Vokalparts zuständig ist.
Nachdem die musikalische Ausrichtung damit also schon mal grob umschrieben wäre, dürfte auch klar sein, dass bei dieser Band niemand den Ehrgeiz hat, musikalische Innovationspreise zu gewinnen. Peitschende, verzerrte Punk’n’Roll-Riffs und Energie geladene, Funken sprühende Gitarrenleads kennt man als eingefleischter Fan zur Genüge – und vielleicht ja auch von Black Sheriff, denn „II“ ist bereits der zweite Output der Mannen: 2008 erschien ihr gleichnamiges Debütwerk.
Die selbsternannten ‚Deputies Of Rock‘ haben auf diesem Silberscheibchen alles richtig gemacht. So bekommt man im Sekundentakt und mit viel Power auf Fresse und Lauscher (na gut, am Schluss gibt’s mit „In A Dream“ auch sowas wie eine Ballade zu hören), dass sich ein jedes Rocker-Herz daran erfreuen wird und nasse Unterwäsche bekommt. Hier macht man überhaupt nichts falsch, wenn man auf hochexplosiven, ungeschönt nach vorne dreschenden Kick Ass-Rock’n’Roll mit einer gehörigen Portion Asi-Faktor und haushoher Attitüde steht. Breitbeinig und schweißtreibend geht’s auf Albumlänge zur Sache, die Schlangenlederstiefel, Fluppen und Pilotenbrillen sitzen bei jedem Posing perfekt und auch der billige Fusel ölt angenehm die Stimmbänder. Nachzuempfinden u.a. beim furiosen Opener „Hi-Fidelity“, der wüst-derben Punk-Nummer „Hold It Tight“ oder dem saustarken „Stole My Heart“.
Die rauen Riffs preschen einem direkt aus irgendeinem verranzten Übungskeller entgegen und werden mit solch einer Inbrunst und Spielfreude zelebriert, dass man von einem ‚Ohrgasmus‘ zum nächsten gejagt wird (z.B. „Snakeskin Pillow“, „Monkeys Of Mayhem“, „Be Alone Tonight“). Und wenn die Jungs auf MySpace großspurig behaupten, ihre Einflüsse bestünden aus »SGs, Les Pauls and Flying Vs«, dann kauft man ihnen das nur zu gerne ab (Gibsons sind schließlich schon immer die geilsten Rock’n’Roll-Werkzeuge gewesen) und reckt dankend die Faust in die Luft, reißt völlig irre die Schnauze auf für einen rockigen Schrei.
Freunde von lautem und wüstem Punk’n’Roll der Marke Nashville Pussy, Supersuckers (die mittelschnellen Stücke erinnern oftmals an die Mannen aus Seattle), Gluecifer, Peter Pan Speedrock, V8 Wankers oder auch Zeke werden an Black Sheriffs „II“ ihre helle Freude haben. Hier knallt’s von Anfang bis Ende aus den natürlich bis zum Anschlag aufgerissenen Marshall-Türmen, die furiosen Gitarrenleads sind immer schnell und springen einen aus allen Winkeln bissig an, das Herzblut tropft aus jeder Pore und der Stinkefinger wird all denen trotzig entgegen gereckt, die ob so viel Kraft und Energie nur verständnislos und verbohrt mit dem Kopf schütteln können. Vor so viel Rock und Punk kann ich nur meinen (Cowboy-) Hut ziehen, denn die Band sollte sich mit einem solch starken Album ihre Sporen wirklich verdient haben!